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Die Reise nach Emden
Zu Beginn war ich skeptisch: durch
meinen Beruf war ich zwar "Klassenfahrtserprobt", aber eine
Gruppe von über 40 Kindern - zwei Monate bis 15 Jahre alt -
nach Emden zu begleiten, war auch für mich ungewohnt.
Andererseites: was sollte und passieren?
Der Himmel hatte mit wahrhaft himmlischem Wetter ein Einsehen,
für Fußballblesuren und ähnliches war Frau Frackenpohl als
Krankenschwester zuständig, Wenzels sorgten für den guten
Klang, und für die Seelen waren - last not least - Barthas da.
Auf ging's also nach Emden im komfortablen Bus, dessen
Toilette wohl von allen Kindern ausprobiert wurde. Die
Jugendherberge war pfundig, der Herbergsvater hatte ein
offenes Ohr für alle Sorgen - angefangen vom morgendlichen
Kaffee, der der Milch wich, mit warmen Abendessen und frisch
aufgebachenen Brötchen am Sonntagmorgen. Letztendlich tauchten
wir seinetwegen - mit Bild - auch noch im Emdener Tageblatt
auf.
Den ersten Tag widmeten wir Emden, das einen beeindruckenden
Grüngürtel um die bezaubernde Altstadt besitzt, den wir - mit
Vergnügen langsamer werdend - abgingen.
Am Donnerstag wollten wir nun schließlich die Nordsee
betrachten, wurden falsch, aber sehr romantisch, in Greetsiel
abgesetzt und fanden wildfremde Touristen, die uns mit
Mercedes und BMW nach Diekstiel brachten. Hier holte sich ein
Teil der Gruppe außer der Seeluft schwarze Füße, ein anderer
Teil eine Erkältung und ein weiterer einen Sonnenbrand -
manche allerdings auch alles!
Zur Belohnung gab's ein Eis für jeden von der Fischfrau, die
unseren inoffiziellen Auftritt auf dem Marktplatz sichtlich
genoss.
Nach der Chorprobe am Freitag ging's ins Museum, wo wir mit
Erlaubnis des Rüstmeisters den wohl teuersten Hut unseres
Lebens aufprobierten - einen ca 3 kg schweren Helm.
Der Kapitän, der und am nächsten Tag viel Wissenswertes über
den Emdener Hafen erzählte, hatte wohl selten in seinem Leben
so viel christliche Lieder gehört!
Wie man am Samstagnachmittag aus einem rohen Ei ein
hartgekochtes machen lässt, lassen Sie sich besser von den
Teilnehmern der Fußgängerrallye erzählen - es gab dabei viele
lustige Erlebnisse und einen - hoffentlich millionenschweren
Schatz zu gewinnen. ( Jahreslos für den Großen Preis ).
Und bevor es am Sonntag leider wieder zurückging, sangen wir
in der reformierten Neuen Kirche zu Emden.
Warum Herrn Bartha das Aufstehen zum Segen so unsagbar schwer
fiel? - Nun, der Bericht ist sowieso schon zu lang geraten!
Wir alle erteilen aber gern und ausführlich Auskunft über
diese absolut tolle Fahrt. Fragen Sie einfach mal nach!
Herzlichst - und gar nicht mehr skeptisch -
Ihre Barbara Neumeister
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