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Weihnachtsgeschichte im Krippenspiel sehr gelungen umgesetzt
Kirche ist gar nicht so öde, wie der
kleine Marcel dachte
ca Lohmar. "Kirche ist doch voll öde", sagte der
siebenjährige Marcel Dossow, Geschenke auspacken mache viel mehr
Spaß. Aber das sagte der Knirps mit dem Mikrofon nur wegen seiner
Rolle als kleiner Hauptdarsteller im Krippenspiel. Denn in
Wirklichkeit müssen er, die anderen Akteure und die vielen Besucher
beim Familien- und Kindergottesdienst Kirche zumindest an
Heiligabend ganz toll finden. Denn St. Bartholomäus auf dem Berge
war nicht nur bis auf den letzten Sitzplatz sondern auch bis auf den
allerletzten Stehplatz und rund um den Altar gefüllt. Dabei hatten
die Mütter noch ihre Kinder auf dem Arm, manche bekamen sogar das
Fläschchen, und einige Väter hatten sich die etwas größeren Jungen
und Mädchen zum besseren Zugucken auf die Schultern gehievt. Dennoch
war es viel mehr als ein Kinderspektakel in der Kirche. Der
evangelische Pfarrer Reinhard Bartha brachte die liturgischen
Grundelemente ein. Und das Krippenspiel, entworfen von Bronja und
Lajos Wenzel, war eine gelungene Mischung zwischen einigen flotten
Sprüchen, wie die des kleinen Hauptdarstellers, und des
anschaulichen und musikalischen Vorspiels der bekannten
Weihnachtsgeschichte mit den traditionellen Elementen wie den Hirten
und Engeln und der Anbetung im Stall. Bestens in Szene gesetzt vom
Kinder- und Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid.
Dazu führte auch ein gelungener dramaturgischer Kunstgriff.
Denn mit dem 20-jährigen Lajos Wenzel in der Rolle des großen
Hauptdarstellers als alter Mann gab es jemand, der den nassforschen
Dreikäsehoch an die Hand nahm und durch das "Abenteuer Heilige
Nacht" führte. So erlebte der Kleine, der frech schon vorzeitig und
verboten sein Geschenk, ein ferngesteuertes Spielauto ausgepackt
hatte, die Engel und die Hirten, mit denen er dann zum Stall
wanderte. Dabei lernte er dann auch viel übers Schenken. Denn der
alte Mann meinte: "Man schenkt das, was einem am Herzen liegt, was
einem selbst sehr wichtig ist." Und so legte der Knirps schließlich
sein heißgeliebtes, lang ersehntes Spielzeugauto in die Krippe zum
Jesuskind, das gehütet wurde von der kleinen Katharina Hauprich als
Maria und dem elfjährigen Kolja Wenzel als Josef, der zur
Erheiterung der Erwachsenen nicht schlecht versuchte, mit einer
dunklen Stimme wie ein erwachsener Mann zu singen.
In der
gespielten Geschichte gab es viel, was christlich und andächtig zu
Weihnachten dazugehört. So auch zwei Blockflötenspielerinnen, die
bestens zum gesungenen "Kommet, Ihr Hirten..." passten. Ergreifend
auch das "Stille Nacht, Heilige Nacht".
Wie in Wahlscheid gab es
auch in vielen anderen Kirchen des Rhein-Sieg-Kreises
Kinderchristmetten, so auch in der Sieglarer Kirche St. Johannes vor
dem Lateinischen Tore, wo Kinder Transparente mit Tierbildern zur
Krippe trugen.
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