Krippenspiel 1999

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Weihnachtsgeschichte im Krippenspiel sehr gelungen umgesetzt
Kirche ist gar nicht so öde, wie der kleine Marcel dachte


ca Lohmar. "Kirche ist doch voll öde", sagte der siebenjährige Marcel Dossow, Geschenke auspacken mache viel mehr Spaß. Aber das sagte der Knirps mit dem Mikrofon nur wegen seiner Rolle als kleiner Hauptdarsteller im Krippenspiel. Denn in Wirklichkeit müssen er, die anderen Akteure und die vielen Besucher beim Familien- und Kindergottesdienst Kirche zumindest an Heiligabend ganz toll finden. Denn St. Bartholomäus auf dem Berge war nicht nur bis auf den letzten Sitzplatz sondern auch bis auf den allerletzten Stehplatz und rund um den Altar gefüllt. Dabei hatten die Mütter noch ihre Kinder auf dem Arm, manche bekamen sogar das Fläschchen, und einige Väter hatten sich die etwas größeren Jungen und Mädchen zum besseren Zugucken auf die Schultern gehievt. Dennoch war es viel mehr als ein Kinderspektakel in der Kirche. Der evangelische Pfarrer Reinhard Bartha brachte die liturgischen Grundelemente ein. Und das Krippenspiel, entworfen von Bronja und Lajos Wenzel, war eine gelungene Mischung zwischen einigen flotten Sprüchen, wie die des kleinen Hauptdarstellers, und des anschaulichen und musikalischen Vorspiels der bekannten Weihnachtsgeschichte mit den traditionellen Elementen wie den Hirten und Engeln und der Anbetung im Stall. Bestens in Szene gesetzt vom Kinder- und Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde Wahlscheid.

Dazu führte auch ein gelungener dramaturgischer Kunstgriff. Denn mit dem 20-jährigen Lajos Wenzel in der Rolle des großen Hauptdarstellers als alter Mann gab es jemand, der den nassforschen Dreikäsehoch an die Hand nahm und durch das "Abenteuer Heilige Nacht" führte. So erlebte der Kleine, der frech schon vorzeitig und verboten sein Geschenk, ein ferngesteuertes Spielauto ausgepackt hatte, die Engel und die Hirten, mit denen er dann zum Stall wanderte. Dabei lernte er dann auch viel übers Schenken. Denn der alte Mann meinte: "Man schenkt das, was einem am Herzen liegt, was einem selbst sehr wichtig ist." Und so legte der Knirps schließlich sein heißgeliebtes, lang ersehntes Spielzeugauto in die Krippe zum Jesuskind, das gehütet wurde von der kleinen Katharina Hauprich als Maria und dem elfjährigen Kolja Wenzel als Josef, der zur Erheiterung der Erwachsenen nicht schlecht versuchte, mit einer dunklen Stimme wie ein erwachsener Mann zu singen.

In der gespielten Geschichte gab es viel, was christlich und andächtig zu Weihnachten dazugehört. So auch zwei Blockflötenspielerinnen, die bestens zum gesungenen "Kommet, Ihr Hirten..." passten. Ergreifend auch das "Stille Nacht, Heilige Nacht". 

Wie in Wahlscheid gab es auch in vielen anderen Kirchen des Rhein-Sieg-Kreises Kinderchristmetten, so auch in der Sieglarer Kirche St. Johannes vor dem Lateinischen Tore, wo Kinder Transparente mit Tierbildern zur Krippe trugen.

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