Chronik - 2005

     
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Freizeiten nach Burg Blankenheim und Windeck-Rosbach „wie immer“, im Sommer geht’s für 2 Wochen nach Kroatien auf die Insel Pag. Das diesjährige Musical wird von Lajos Wenzel extra für unsere Kinder und Jugendlichen geschrieben, nicht nur bearbeitet. „Die Zauberbrücke“ wird denn auch ein ganz großer Erfolg. Mütter o.K. (ohne Kinder) fahren nach Hamburg und sehen sich den „König der Löwen“ an.

 

Die Zauberbrücke

Bild: Lang
 
Jeanette Wenzel (Mitte) ist die Cheforganisatorin.
 

Lohmar - Zum Zehnjährigen sollte es schon etwas Besonderes sein. Kein Musical nach bekannter Vorlage wie das „Dschungelbuch“, das der evangelische Kinder- und Jugendchor Wahlscheid seit 1995 am ersten Advent aufführt. Nein, etwas Eigenes musste es sein. Die Lösung lieferte Jeanette Wenzels Sohn Lajos, der das Musical „Die Zauberbrücke“ entwarf. Diese Zauberbrücke verbindet das Traumland mit der Wirklichkeit, und Hauptdarstellerin Luna hat eine Nacht Zeit, das Traumland vor der Invasion der bösen Alben zu schützen.

Der 26-jährige Schauspieler - nach einer Fotografenlehre absolvierte Lajos ein Schauspielstudium in Berlin und tourt nun mit Tourneetheatern durch die Republik - schrieb sowohl den Text als auch die Partituren fürs Kindermusical.

100 Mitwirkende

Mit freundlicher Unterstützung seiner Mutter, die von Hause aus Musiklehrerin ist. Das war sie zumindest bis zu ihrem 26. Lebensjahr in Berlin. Weil ihr Mann dort 1980 keine Anstellung als Mathematiker fand, zog die junge Familie mit ihren zwei Kindern in den Kölner Raum um. Wenn schon aus Berlin raus, dann richtig aufs Land, meinten die Wenzels - und fanden ihr Fleckchen Provinz in Wahlscheid. Wo die Familie nicht nur um weitere drei Kinder wuchs (das Nesthäkchen ist heute 17, seine Geschwister sind 22, 24, 26 und 28 Jahre alt), sondern Mutter Jeanette auch zu ihrer Lebensaufgabe fand: Sie wurde Jugendleiterin in der Gemeinde.

Wöchentlich betreut sie 300 Kinder und Jugendliche, präsentiert ihnen keine vorgestanzten Programme, bringt sie vielmehr dazu, selbst Programm zu sein. Wobei die Heilpädagogin - diese Ausbildung absolvierte die Schulmusikerin als Zweitstudium - selbstverständlich integrativ arbeitet: Ob nun behinderte Kinder oder die Verhaltensauffälligen unter ihnen, Jeanette Wenzel nimmt sie alle mit.

Natürlich auch in solchen Mammutprojekten wie dem Kindermusical mit über 100 Mitwirkenden. Da ist das spastisch gelähmte Mädel im Rollstuhl mit dabei, für die eigens szenische Nischen in der Handlung geschaffen werden. Inklusive der Betreuung, damit die Darstellerin nicht plötzlich allein auf der Bühne sitzt, sondern von Mitspielern mitgenommen wird. Die Verhaltensauffälligen, in ihren Klassen der Albtraum für viele Lehrer, geben sich bei der Jugendleiterin lammfromm. Wahrscheinlich liegt es daran, dass die kleine Frau nicht nur Freundlichkeit ausstrahlt, sondern ebenfalls eine gewisse Entschlossenheit, sich nicht auf der Nase rumtanzen zu lassen. Wie diese beiden Wesensstränge unter einen Hut zu bringen sind, trainierte sie ausgiebig bei ihren fünf Kindern.

Die übrigens alle fünf eine klassische Musikausbildung genossen haben und Instrumente spielen. Die obligatorischen halbstündigen Proben der Blasmusiker nach dem Abendbrot seien schon eine Prüfung für lärmempfindliche Naturen gewesen, erzählt die Mama, weniger dagegen Geige und Klavier.

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