Chronik 2006

 

  

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                   Das Mozartjahr. Auch für den Chor bedeutet dies: Eintauchen in die Geschichte und die Musik W.A.Mozart’s. Am Jahresende steht die Aufführung der „Zauberflöte“ auf dem Programm. Vor allem die Jugendlichen haben durch viel Stimmbildung ganz große sängerische Fortschritte gemacht. In diesem Jahr fahren die Mütter o.K. nach Berlin und genießen 3 Tage Hauptstadt mit Blue-Man-Group und anderen Highlights. Zu Ostern geht’s nach Mayen und die Kleinen fahren nun jedes Jahr nach Lindlar.

 

Liebesseufzer und rappende Boys

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Regisseur und Profischauspieler Lajos Wenzel kümmert sich intensiv auch um den ganz jungen Nachwuchs - sein Credo: die Kinder in ihrem Spiel unbedingt ernst nehmen.
 

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Pannen, Improvisationen und kleinere Konfusionen gaben der Generalprobe zur „Zauberflöte“ die kreativ chaotische Note. Am Ende aber dominierten Spielwitz und Spaß.
 


Mehr als 100 Beteiligte führen das Werk am Sonntag und Montag in der Evangelischen Kirche auf.

Lohmar - Mozarts „Zauberflöte“ als Musical? Wer macht denn so was? Der „kikichor“, wie sich der Evangelische Kinder und Jugendkirchenchor Wahlscheid selbst in seiner Internetadresse nennt. Traditionell zaubert dieses rund siebzigköpfige Ensemble - mit Orchester, Chor, Bühnenbildnern und Technikern sind es insgesamt mehr als 100 Beteiligte - traditionell im Dezember ein Adventsmusical auf die Bühne. Die wiederum - eine weitere Besonderheit - befindet sich in der Bartholomäuskirche.

Die Gesamtleitung dieses wagemutigen Unternehmens hat Jeanette Wenzel, Regie führt ihr 27-jähriger Sohn Lajos, selbst Schauspieler. Derzeit steht er als böser Zauberer im „Kalif Storch“ auf der Badischen Landesbühne in Karlsruhe. „Das ist kein Kinderquatsch!“, stellt er gleich heraus, „sondern ambitioniertes Theater für junge Zuschauer“. So verfährt er denn auch bei den Heimaufführungen, die er seit elf Jahren betreut: „Das Stück muss zu den Kindern passen, die Rolle stets zum Darsteller.“

Bei der Generalprobe in der Wahlscheider Max-Weber-Halle haben derweil immer wieder Pannen Spontanauftritte. Da kämpfen die Tontechniker im Wechsel mit dem Orchester um ihre Einsätze, die Darsteller liegen im Dauerclinch mit dem Kabelsalat ihrer Mikrofone - die choreigenen Mikros befanden sich auf „Konzertreise“ in Dresden -, Konfusion bestimmt die Choreografie der einen oder anderen Massenszene. Zart besaitete Regisseure bringt solch kreatives Chaos an den Rand des Zusammenbruchs, Lajos Wenzel wirkt hier und da allenfalls leicht genervt, motiviert ansonsten seine Darsteller mit gezieltem Lob.

Was meist auch verdient ist. Denn was die Vier- bis Siebzehnjährigen leisten, was sie schließlich an Zauberflöte aufs Parkett der Turnhalle bringen, ist erstaunlich. Mozart hätte seinen Spaß dran. Wenn etwa Pamina (Julia Halberstadt) auf ihrem Lager von der Liebe träumt und die Tänzerinnen aus ihrem Versteck hinterm Sockel immer melodiös „Ooohhhh!“ stöhnen, wenn allein dieses Wort fällt. Oder wenn die Dienerinnen der Königin der Nacht (Sophie Neff) Papageno (Kim Becker) den Mund mit einem überdimensionalen Schloss verschließen, wenn die drei „Jungen“ aus der Vorlage zu rappenden „Boys“ mutieren.

Da blitzt in Idee und Ausführung Spielwitz auf, wird der Spaß der Beteiligten an ihrem Mammutwerk spürbar. Der Optimismus von Regisseur Wenzel wirkt nicht aufgesetzt, wenn er von einer unvergleichlich peppigeren Premiere am kommenden Sonntag in der benachbarten Kirche schwärmt. Da werden die Hauptdarsteller über ihre Headsets singen, da werden Scheinwerfer die Szenen ins rechte Licht tauchen, da wird die Tontechnik ihre Einsätze perfekt treffen, da wird die „Band“ des Musicalchores zauberflöten, dass nur so die Funken sprühen. Wahrscheinlich ist es - wie immer - tatsächlich so.

Schade für die, die keine Eintrittskarte haben. Denn es gibt nur noch ein paar für die Zusatzvorstellung am Montagmorgen. Zu haben sind diese bei Claudia Wieja-Dossow, 02206 / 8 51 81.

 

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